Ich wurde am 1. November 1991 in Hamburg geboren. Meine Eltern waren damals Anfang zwanzig und noch mittem im Leben. So kam es vor das ihnen ihr Partyleben wichtiger war und man mich bei meinen Großeltern absetzte. Am 28. November 1994 kam die erste meiner drei Schwestern zur Welt. Begeistert darüber war ich nicht. Ich hätte lieber einen Bruder gehabt. Im allgemeinen fand ich es nicht sonderlich schön das sie meine Spielsachen kaputt machte und mir meine Eltern weg nahm. Meine Eltern trennten sich kurz darauf und die Scheidung folgte. Papa hatte dann seine neue und Mama einen Kerl nach dem anderen. Ich hatte weder im Kindergarten noch in der Grundschule viele Freunde. Ich war das Mädchen was keiner leiden konnte. Im Unterricht war ich damit beschäfftigt zu malen. Meine Lehrerin schickte mich zum Intelligenztest nachdem ihr mehrmals auffiel das ich gut war, obwohl 

ich nie mitarbeitete. Von den Hausaufgaben hielt ich auch nicht viel. Ich hab immer irgendwas gemach, was mir besser gefallen hat. Meine Mutter bekam ein Kind mit einem Arbeitskollegen, zu dem Zeitpunkt war ich ungefähr sieben Jahre alt. Mama kümmerte sich nicht wirklich gut um uns und ihr ach so toller Freund spielte leider Familienoberhaupt. Ich weiß es noch genau. Ich war in der dritten Klasse und es war das Wochenende an dem wir wieder bei Papa waren. Ich habe darauf gewartet das Papa kommt und uns abholt. Ich hatte Angst, also lag ich unter dem Tisch. Ich sah die ganze Zeit auf die Uhr und als er endlich kam fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich war endlich weg, konnte endlich aufatmen. Musste für ein paar Stunden keine Angst mehr haben das er mich wieder schlägt. Es war ein Wochenende wie jedes andere das wir zusammen verbrachten. Wir malten Fensterbilder, spielten und waren glücklich. Ich erzähle ihm von zu Hause. Ich erzählte ihm von meiner Angst und all den Dingen die dort passierten und von da an ging alles sehr schnell. Er setzte uns ins Auto und brachte uns zu unseren Großeltern. Nach ein paar Stunden kam er zurück. Ich hörte wie er mit Opa über Polizei sprach. Meine Mutter rief ihn an und sagte ihm, er solle unsere Sachen holen wenn er uns doch unbedingt haben möchte. Sie steckte alles in große blaue Müllsäcke, irgendwie tut es weh. Dieses Bild in meinem Kopf. Wir wohnten nun also bei Papa. Aber der Friede hielt nicht lange an. Nadine und ich stritten uns sehr oft.

Darum schickte man mich zu meinen Großeltern. Dort war alles okay. Ich war glücklich. Aber das Schicksal mochte mich noch nie sonderlich. Oma und Opa hatten ein Alkoholprobem. Opa war nicht schlimm, aber Oma und ich haben uns jeden Abend gestritten. Irgendwann lief ich meiner Mutter über den Weg. Nadine zog an meinem Arm. Sie wollte weg bevor sie uns sah, aber ich blieb stehen. Wir haben uns unterhalten, es schien ihr leid zu tun und ich hab ihr verziehen. Wer hätte das nicht? Menschen machen fehler und jeder verdient eine zweite Chance oder? Es endete damit das ich wieder bei ihr einzog. Doch auch das war vorbei als ein Psychologe mich mit Oma und Opa nach Hause schickte. Ich war nicht lang bei Mama, ein Jahr vielleicht. Das tat mir nicht gut, ich zog mich immer mehr zurück und meine Noten wurden schlechter. Nicht das ich nich schlau genug bin, ich habe einfach nichts mehr gemacht. Mein Leben war ein hin und her, nicht wahr? Dabei war das noch nicht einmal alles. Wir sind jetzt vielleicht gerade einmal bei meinem dreizehnten Lebensjahr angekommen. Ich wohnt auch nochmal bei Papa. Ich sehnte mich nach einer richtigen Familie und das tu ich heute noch. Das Familienbild von Papa war so perfekt, doch war es das nur auf den ersten Blick. Wir stritten uns viel. Ich bekam eine Woche hausarrest nach der anderen. Es endete damit das ich zum Essen ins Zimmer geschickt wurde und er mich geschlagen hat. Weltenzusammenbruch. Mein Papa hat mich geschlagen? Er, der zur Polizei gegangen ist weil der andere Mann es tat? Wieso?...

Die Polizisten mit der ich darüber Sprach schickte mich auch wieder zu meinem Opa. Er war immer der einzige auf den ich mich wirklich verlassen konnte. Der einzige den ich hätte Familie genannt. Am 12. November 2006 starb er an Leberkrebs. Ich wohne jetzt bei meiner Mutter. Sie hat mich öfter mal vor die Tür gesetzt und wollte mich ins Heim stecken, aber sie ist meine Mama. Ich bin jetzt neunzehn Jahre alt, meine Vergangenheit holt mich ein. Es ist schwer und ich gebe mir die größte Mühe mir nichts anmerken zu lassen. Ich bin die Älteste von vier Mädchen. Auf mir liegen Erwartungen die ich einhalten muss, auch wenn ich weiß das sie viel zu hoch liegen. Und auch wenn ich weiß, ich kann nicht besser sein als ich bin, versuche ich mich stehts und ständig zu perfektionieren. Denn alles was ich eigendlich immer wollte ist einmal gut genug zu sein. Das einmal jemand wirklich stolz auf mich ist. Ich einmal etwas erreicht habe, was mir niemand zugetraut hätte. Und damit rechtfertige ich diese nie endenen sinnlosen Versuche ein Mal im Leben, für irgendjemanden, gut genug zu sein.

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!